Monatsarchiv: Juni 2013

Mädchen sein

Vor ein paar Monaten habe ich das Netz mal wieder nach Literaturwettbewerben durchforstet und bin dabei auf einen Wettbewerb gestoßen, der unter folgendem Thema lief: „Weil ich ein Mädchen bin…“

Ich fand (und finde immer noch) das Thema sehr spannend. Es sollte eben in die Richtung gehen, die Vorteile am „Mädchen sein“ zu beschreiben. Ich öffnete also ein Word-Dokument und wollte mir ein paar Stichpunkte machen.

Es fiel mir keiner ein.

Ich war ziemlich erschrocken darüber, hatte ich bis dahin doch nie mein Geschlecht in Frage gestellt. Dadurch und auch durch die großartige #aufschrei Aktion habe ich angefangen, mir Gedanken zu machen. Gedanken zur Rolle der Frau in unserer Gesellschaft.

Ich studiere Ingenieurswesen und habe deshalb in meinem Studienalltag zwangsläufig mehr mit Jungs zu tun, als mit Mädchen. Das gefiel mir immer gut, ich hatte immer ein sehr lockeres und entspanntes Verhältnis zu allen. In manchen, seltenen Situationen merkte ich aber auch, dass ich mich oft wie ein typischer Junge verhielt, um ganz genau dieses Verhältnis aufrecht zu erhalten. Ich habe mich angepasst und erntete dadurch Anerkennung und Aufmerksamkeit. Zwei Sachen, nach denen es wohl jedem Menschen dürstet.

Es gab sogar eine Phase, in denen ich meine männlichen Freunden eindeutig den weiblichen vorzog.
„Viel entspannter“, „nicht so zickig“, „stressen nicht so rum“, waren da meine Argumente. Ich glaube, das sind Sachen, die sich viele Frauen anhören müssen und die man schnell verinnerlicht und somit Frauen vorverurteilt. Ist ein Mann mal zickig oder ängstlich, dann heißt es: „Sei nicht so ein Mädchen.“ Als wäre das ein Schimpfwort. Es sind also weibliche Attribute und, wie ich festgestellt habe, nicht einmal viele Frauen wollen weiblich sein. Höchstens im Sinne von sexy und den Männern gefallend. Damit spreche ich natürlich nur von meinem Bekanntenkreis, aber es fällt mir immer stärker auf, wie sehr Frauen so sind wie sie sind, nur um dem anderen Geschlecht zu gefallen.

Ich habe jedenfalls festgestellt, dass ich immer noch nicht so viele Punkte auf meiner Liste habe und es durchaus mehr werden dürften. Ein ganz großer Punkt sind meine besten Herzensfreundinnen. Die zählen für drei.

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